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Luther – Das Schauspiel

Was für eine anheimelnde Stimmung! Flackernder Kerzenschein hüllt den Raum in geheimnisvolles Licht; riesige, an der Decke hängende Wagenräder werfen Schatten; an dunklen Holztischen sitzt eine andächtig-stille Gästegemeinschaft. Sie lauscht den Worten von Uther vom Katharinenberg, der gerade sein Gesinde vorstellt, als da sind der Mundkoch Kunibert, die Schankmagd Carola und allerlei weitere Jungfern und Becherknechte. Sie alle stehen in den nächsten Stunden in historische Kostüme gewandet dem Gastvolk zu Diensten während einer aufregenden Zeitreise ins späte Mittelalter, bei der auch recht üppig getafelt werden wird.

Uther vom Katharinenberg hat seine Rede beendet, erwartungsvoll scharren die Gäste mit den Füßen im auf dem Boden liegenden Stroh, sie stoßen sich an, lächeln sich zu und wissen: Das wird ein unterhaltsamer Abend.

„Zum Gruße nehmt ein Apfelschnäpslein, ein weißes Linnen um den Hals, denn mit den Händen soll geschmauset sein, dazu ein Tränklein – Gott erhalts“, verkündet Uther im schönen mittelalterlichen Deutsch und schon eilen die Jungfern und Becherkneckte und tragen auf, was der Mundkoch in der offenen Schauküche frisch zubereitet hat. Der Met fließt aus dem Horn, Bier und Wein aus Sturzbechern, die Tische sind im Nu beladen mit Schweineschmalz und Kräuterquark, mit Fleisch- und Kartoffelsuppen, mit meterlangen Spießen, an denen saftige Fleischstücke stecken, mit Erdapfelecken und Brotklößen, mit gebackenen Zwiebeln und Hähnchen, mit Pilzen in Kräutern, mit flambierten Fruchtspießen und flambierten Bratäpfeln in Wein und Vanille-Zimt-Soße.

Die Tafelrunde schlemmt zur kurzweiligen Musik von Spielmann Hallodri, das Gesinde bringt Trinksprüche aus und Luther hält seine großen Tischreden. „Warum rülpset und furzet Ihr nicht, hat es Euch nicht geschmecket?“, wird gefragt als sich das Mahl dem Ende nähert. Die Tafelrunde lacht und klatscht und ruft nach dem Becherknecht: „Met soll er bringen, mehr Met!“ Die Stimmung steigt, Schankmagt Carola ruft zum Wadentanz auf den Tischen auf, die Gesellschaft gibt kurzerhand das Orchester, wer für Missklang sorgt, wird übers Fass gelegt und mit Stockhieben bestraft.

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